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Im zweiten Anlauf hat’s geklappt

Die Gemeindeversammlung Zuchwil hat dem Landverkauf Widi Ende Juni 2016 klar zugestimmt. Das Widi-Areal gehört neu der Swiss Prime Anlagestiftung (SPA).

Dazu Thomas Grossenbacher, Chief Investment Officer der SPA, im Gespräch mit SRF.

KCAP Modell von Norden

Ergebnis des Studienauftrags – nächste Schritte

Swiss Prime Site als Investorin möchte das Areal Riverside Zuchwil zu einem neuen Quartier mit überregionaler Strahlkraft entwickeln. Auf Basis der Entwicklungsstrategie von Swiss Prime Site haben sich vier renommierte Planungsteams innerhalb eines Studienauftrags mit der Vision des neuen Quartiers auseinandergesetzt. Jetzt wurden die Ergebnisse dem Gemeinderat und der Planungskommission Zuchwil, der Geschäftsleitung der Mieterinnen und Mieter, den Medienschaffenden sowie der Öffentlichkeit präsentiert.

Präsident des Beurteilungsgremiums: Daniel Ménard, Architekt und SIA-Präsident der Sektion Zürich.

Nachgefragt

Im Gespräch mit Dani Ménard

An der Kick-off-Veranstaltung zum Studienauftrag gab Dani Ménard, Vorsitzender des Beurteilungsgremiums, Einblick in die gegenwärtigen Arbeiten rund um den Studienauftrag.

Dani Ménard, wie war die Stimmung am Kick-off-Meeting vom 7. April 2015 unter den vier Architektenteams?

Es war deutlich zu spüren, dass sich nach dieser langen und sorgfältigen Vorbereitungszeit sowohl der Auftraggeber Swiss Prime Site als auch die Planerteams auf den Start des Verfahrens freuen. Jetzt kann analysiert, konzeptioniert, argumentiert und gearbeitet werden. Die gleichzeitig angeregte und kollegiale Stimmung hat mich etwas an meine Zeit an der ETH erinnert.

Welche interessanten Fragen bekamen Sie gestellt? Wie arbeiten die Teams an ihren Lösungen?

Wesentliche Fragen wurden noch keine gestellt, dazu müssen sich die Planungsteams erst tiefer ins Programm mit seinen reichhaltigen Beilagen einarbeiten. Selbstverständlich gibt es während des Verfahrens zu einem späteren Zeitpunkt eine Fragerunde. Erfahrungsgemäss geht es dann vor allem um Verständnisfragen.

Die breit aufgestellten Planerteams (aus Architekten, Städteplanern, Raumplanern, Landschaftsarchitekten, Soziologen und weiteren Spezialisten) werden sich am Anfang in die Aufgabe einlesen. Sehr aufwendige und vielseitige Analysen bilden dann die Basis für erste Konzeptideen. Szenarisch entwickelte Ansätze werden dann gegenübergestellt und auf Stärken und Schwächen, aber auch Potenziale untersucht. In mehreren Iterationsrunden wird so die beste Idee entwickelt.

Und wie arbeiten Sie im Beurteilungsgremium weiter?

Das Beurteilungsgremium musste sich bereits vor dem Startschuss gleich tief, wie es die Planer noch tun werden, in die Aufgabe und die vielen Unterlagen einlesen. Nach vorgängig erarbeiteten und kommunizierten Kriterien werden die eingereichten Beiträge bei der Beurteilung gesichtet, diskutiert und beurteilt. Vor der Schlussbeurteilung bekommen die Planerteams die Gelegenheit, in einer Zwischenkritik ihre ersten Würfe zu präsentieren und beim Beurteilungsteam spiegeln zu lassen.

Die Aufgabe des Studienauftrags ist vielschichtig. Deshalb ist auch das Beurteilungsgremium aus zehn Fachpersonen und weiteren Experten zusammengesetzt. Im Beurteilungsgremium werden die Fragestellungen diskutiert und die Ergebnisse unter all diesen Aspekten abgewogen und bewertet. So ergibt sich die bestmögliche Bebauungsplanung für das Areal Riverside inklusive Widi.

Was erachten Sie als grösste Herausforderungen bei der Entwicklung dieses Areals hier in Zuchwil?

Bei der Entwicklung und Transformation eines so grossen und komplexen Areals sind auch die Anforderungen an alle Beteiligten höher. Schliesslich geht es hier um den Lebensraum von Menschen mit ihren Bedürfnissen. Zum Beispiel gilt es, der Nähe zum angrenzenden Quartier und dem Einbezug des Aareraums besondere Beachtung zu schenken. Allen diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist eine anspruchsvolle Arbeit. Für uns im Beurteilungsgremium wird das Verfahren dann erfolgreich, wenn es gelingt, mit Augenmass, Vernunft, aber auch Lebensfreude und Emotionen auf faire Weise die beste Idee zu identifizieren. Und schliesslich diese Ergebnisse allen Interessierten verständlich zu machen.

Gab es strategische Vorgaben, wie zum Beispiel Anzahl Wohnungen, der Investorin Swiss Prime Site zum Studienauftrag, und wie beurteilen Sie diese?

Swiss Prime Site hat aus meiner Sicht vorbildhaft keinen Aufwand gescheut, eine stringente eigene Vision zu formulieren, und anschliessend ein grosses Team von erfahrenen Fachleuten beauftragt, das Programm zum Studienauftrag zu schreiben. Aus der Vision wurden somit strategische Ziele abgeleitet, wobei diese so offen wie möglich beschrieben sind. Nur so ist es möglich, die maximale Kreativität bei den Planerteams abzuholen. Das ist auch der Grund, weshalb keine Vorgaben zur Anzahl der Wohnungen, zur Höhe der Häuser oder zur Dichte des Komplexes gemacht wurden. Genau diese Kernthemen und -grössen gilt es im Studienauftragsverfahren zu erarbeiten.

Welche Erwartungen haben Sie persönlich in Bezug auf die Ergebnisse der Planungsteams im Studienauftrag?

Aufgrund der Auswahl ausgewiesener Planerteams habe ich entsprechend hohe Erwartungen an die Ergebnisse. Die Wettbewerbssituation, die man unter den Teams durch das gewählte Verfahren erzeugt, wird alle Beteiligten zu Höchstleistungen motivieren.

Ebenso stark freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Beurteilungsgremium. Wir werden die Arbeiten intensiv und hart, aber auch kontrovers, lustvoll und fair miteinander diskutieren. Hier persönlich einen Beitrag leisten zu dürfen, freut mich ausserordentlich.

Interview: Sophia U. Siegenthaler