KCAP Modell von Norden

Ergebnis des Studienauftrags – nächste Schritte

Swiss Prime Site als Investorin möchte das Areal Riverside Zuchwil zu einem neuen Quartier mit überregionaler Strahlkraft entwickeln. Auf Basis der Entwicklungsstrategie von Swiss Prime Site haben sich vier renommierte Planungsteams innerhalb eines Studienauftrags mit der Vision des neuen Quartiers auseinandergesetzt. Jetzt wurden die Ergebnisse dem Gemeinderat und der Planungskommission Zuchwil, der Geschäftsleitung der Mieterinnen und Mieter, den Medienschaffenden sowie der Öffentlichkeit präsentiert.

Präsident des Beurteilungsgremiums: Daniel Ménard, Architekt und SIA-Präsident der Sektion Zürich.

Nachgefragt

Im Gespräch mit Dani Ménard

An der Kick-off-Veranstaltung zum Studienauftrag gab Dani Ménard, Vorsitzender des Beurteilungsgremiums, Einblick in die gegenwärtigen Arbeiten rund um den Studienauftrag.

Dani Ménard, wie war die Stimmung am Kick-off-Meeting vom 7. April 2015 unter den vier Architektenteams?

Es war deutlich zu spüren, dass sich nach dieser langen und sorgfältigen Vorbereitungszeit sowohl der Auftraggeber Swiss Prime Site als auch die Planerteams auf den Start des Verfahrens freuen. Jetzt kann analysiert, konzeptioniert, argumentiert und gearbeitet werden. Die gleichzeitig angeregte und kollegiale Stimmung hat mich etwas an meine Zeit an der ETH erinnert.

Welche interessanten Fragen bekamen Sie gestellt? Wie arbeiten die Teams an ihren Lösungen?

Wesentliche Fragen wurden noch keine gestellt, dazu müssen sich die Planungsteams erst tiefer ins Programm mit seinen reichhaltigen Beilagen einarbeiten. Selbstverständlich gibt es während des Verfahrens zu einem späteren Zeitpunkt eine Fragerunde. Erfahrungsgemäss geht es dann vor allem um Verständnisfragen.

Die breit aufgestellten Planerteams (aus Architekten, Städteplanern, Raumplanern, Landschaftsarchitekten, Soziologen und weiteren Spezialisten) werden sich am Anfang in die Aufgabe einlesen. Sehr aufwendige und vielseitige Analysen bilden dann die Basis für erste Konzeptideen. Szenarisch entwickelte Ansätze werden dann gegenübergestellt und auf Stärken und Schwächen, aber auch Potenziale untersucht. In mehreren Iterationsrunden wird so die beste Idee entwickelt.

Und wie arbeiten Sie im Beurteilungsgremium weiter?

Das Beurteilungsgremium musste sich bereits vor dem Startschuss gleich tief, wie es die Planer noch tun werden, in die Aufgabe und die vielen Unterlagen einlesen. Nach vorgängig erarbeiteten und kommunizierten Kriterien werden die eingereichten Beiträge bei der Beurteilung gesichtet, diskutiert und beurteilt. Vor der Schlussbeurteilung bekommen die Planerteams die Gelegenheit, in einer Zwischenkritik ihre ersten Würfe zu präsentieren und beim Beurteilungsteam spiegeln zu lassen.

Die Aufgabe des Studienauftrags ist vielschichtig. Deshalb ist auch das Beurteilungsgremium aus zehn Fachpersonen und weiteren Experten zusammengesetzt. Im Beurteilungsgremium werden die Fragestellungen diskutiert und die Ergebnisse unter all diesen Aspekten abgewogen und bewertet. So ergibt sich die bestmögliche Bebauungsplanung für das Areal Riverside inklusive Widi.

Was erachten Sie als grösste Herausforderungen bei der Entwicklung dieses Areals hier in Zuchwil?

Bei der Entwicklung und Transformation eines so grossen und komplexen Areals sind auch die Anforderungen an alle Beteiligten höher. Schliesslich geht es hier um den Lebensraum von Menschen mit ihren Bedürfnissen. Zum Beispiel gilt es, der Nähe zum angrenzenden Quartier und dem Einbezug des Aareraums besondere Beachtung zu schenken. Allen diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist eine anspruchsvolle Arbeit. Für uns im Beurteilungsgremium wird das Verfahren dann erfolgreich, wenn es gelingt, mit Augenmass, Vernunft, aber auch Lebensfreude und Emotionen auf faire Weise die beste Idee zu identifizieren. Und schliesslich diese Ergebnisse allen Interessierten verständlich zu machen.

Gab es strategische Vorgaben, wie zum Beispiel Anzahl Wohnungen, der Investorin Swiss Prime Site zum Studienauftrag, und wie beurteilen Sie diese?

Swiss Prime Site hat aus meiner Sicht vorbildhaft keinen Aufwand gescheut, eine stringente eigene Vision zu formulieren, und anschliessend ein grosses Team von erfahrenen Fachleuten beauftragt, das Programm zum Studienauftrag zu schreiben. Aus der Vision wurden somit strategische Ziele abgeleitet, wobei diese so offen wie möglich beschrieben sind. Nur so ist es möglich, die maximale Kreativität bei den Planerteams abzuholen. Das ist auch der Grund, weshalb keine Vorgaben zur Anzahl der Wohnungen, zur Höhe der Häuser oder zur Dichte des Komplexes gemacht wurden. Genau diese Kernthemen und -grössen gilt es im Studienauftragsverfahren zu erarbeiten.

Welche Erwartungen haben Sie persönlich in Bezug auf die Ergebnisse der Planungsteams im Studienauftrag?

Aufgrund der Auswahl ausgewiesener Planerteams habe ich entsprechend hohe Erwartungen an die Ergebnisse. Die Wettbewerbssituation, die man unter den Teams durch das gewählte Verfahren erzeugt, wird alle Beteiligten zu Höchstleistungen motivieren.

Ebenso stark freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Beurteilungsgremium. Wir werden die Arbeiten intensiv und hart, aber auch kontrovers, lustvoll und fair miteinander diskutieren. Hier persönlich einen Beitrag leisten zu dürfen, freut mich ausserordentlich.

Interview: Sophia U. Siegenthaler

Start Studienauftrag: Kick-off der vier Planungsteams.

Studienauftrag: Kick-off für die vier Planungsteams

Am Dienstag, 7. April 2015 wurden die vier Planungsteams, die während den nächsten gut dreieinhalb Monate unabhängig voneinander am Studienauftrag zur ganzheitlichen Arealentwicklung Riverside Zuchwil arbeiten, zu einer Kick-off-Veranstaltung auf das Riverside-Areal eingeladen. Auf dem Programm stand auch ein Rundgang durch das Areal.

Thomas Grossenbacher, Head Development & Construction, Swiss Prime Site, begrüsste die vier Planungsteams zur Kick-off-Veranstaltung:

Severin Boser, Development & Construction, Swiss Prime Site, erläuterte die Entwicklungsstrategie und Thomas Kippel von der Wanner AG gab Einblick in die örtliche Geologie. Danach waren die Planungsteams zu einem Arealrundgang eingeladen.

Der Studienauftrag dient der Erarbeitung von schlüssigen städtebaulichen Konzepten und soll auch mögliche Etappierungen einer künftigen Bebauung aufzeigen. Jedes Planungsteam wird nach einer ersten Einarbeitungszeit im Mai an einer Zwischenbesprechung mit dem Beurteilungsgremium teilnehmen und diesem auch im August die Ergebnisse ihrer Studien erläutern. Am Ende gibt das Beurteilungsgremium eine Empfehlung ab, welcher Beitrag oder welche Lösungsansätze der verschiedenen Beiträge weiterentwickelt werden sollen.

Zu den Schwerpunktthemen des Studienauftrags zählen:

  • Definition von Frei- und Aussenräumen im künftigen Quartier
  • Lage von bebaubaren Flächen mit sinnvollen Abständen gegenüber Wald und Aareraum
  • Übergang von Bestandesbauten und benachbarten Häusern zu den neuen Bauten
  • Struktur von Strassen, Wegen und Baufeldern des künftigen Quartiers
  • Nutzungsart, Nutzungsmass und Nutzungsverteilung über den gesamte Planungsperimeter
  • Empfehlungen zur öffentliche Nutzung innerhalb des Areals und der Schaffung von möglichen Begegnungszentren
  • Empfehlungen zur Erschliessung (motorisierter Individualverkehr, Parking, öffentlicher
  • Verkehr, Fussgänger, Werkleitungsführung)
  • Nachhaltigkeit
    (Die Arealentwicklung folgt den Grundsätzen der «2000-Watt-Gesellschaft», welche vom Trägerverein Energiestadt unterstützt werden.)

Besonderen Wert wird dabei folgenden Themenbereichen beigemessen:

  • Einbettung in das Grenzgebiet zwischen Solothurn und Zuchwil
  • Beziehungen zu den angrenzenden Quartieren
  • Identität, Eigenständigkeit und Stimmung des neuen Quartiers,
  • vielfältige Beziehungen innerhalb des Quartiers
  • Entwicklung einer positiven Atmosphäre im neuen Quartier durch das Nebeneinander von Arbeiten, Wohnen, Naherholung und Natur
  • Sorgfältige Verbindung von Aareraum, Naherholungsgebiet und Quartier
  • Möglicher Einbezug von Wasser auf dem Areal zur Gestaltung der Umgebung

Einer der erarbeiteten Vorschläge oder eine Kombination bester Lösungsansätze verschiedener Planungsteams wird anschliessend an den Studienauftrag in einem Masterplan abgebildet. Der Masterplan ist die Grundlage zur Erarbeitung des Teil-Zonenplans sowie des Gestaltungsplans.

Nächste Termine

  • 19. Mai 2015
    Zwischenbesprechung der Arbeiten Studienauftrag
  • Mitte August 2015
    Beurteilung der Arbeiten Studienauftrag
  • Datum folgt
    öffentliche Ausstellung erster Ergebnisse

Weiterführende Links

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Studienauftrag – Riverside kann ganzheitlich entwickelt werden

Der Gemeinderat Zuchwil erlaubt mit seinem Beschluss vom 12. März 2015 Swiss Prime Site den Studienauftrag über das Gesamtareal, inklusive dem Grundstück Widi, anzusetzen. Ziel des Studienauftrages ist es, Antworten für die künftige Quartierentwicklung zu erhalten. Schwerpunktthemen sind: Frei- und Aussenräume, Wald und Aareraum, Bestandesbauten und Nachbarstrukturen, Städtebau und Landschaftsgestaltung, Nutzungsart, Nutzungsmass und Nutzungsverteilung, öffentliche Nutzungen und Begegnungszentren, Mobilität, Verkehr und Erschliessung sowie Nachhaltigkeit. Die Anliegen und Bedürfnisse der verschiedenen Interessengruppen wurden für den Planungsprozess aufgenommen. Die Gemeinde Zuchwil hatte dafür Anfang März 2015 einen Workshop organisiert.

Vier Planungsteams entwickeln Lösungen

Während den kommenden Monate werden vier Planungsteams gleichzeitig an diesem Studienauftrag arbeiten: Graf Jenni Stampfli Architekten AG aus Solothurn zusammen mit agps architecture ldt., Zürich/Los Angels; Harry Gugger Studio, Basel; KCAP, Zürich/Rotterdam/Shangai und Naomi Hajnos, Zürich. Ziel ist es, verschiedene Lösungsvorschläge für die Arealentwicklung Riverside inklusive Widi zu erhalten.

Zehnköpfiges Beurteilungsgremium

Die Ergebnisse der verschiedenen Studienvarianten werden anschliessend durch ein zehnköpfiges Beurteilungsgremium zusammengesetzt aus Spezialisten sowie Vertretern von Gemeinde, Kanton und Swiss Prime Site beurteilt. Präsidiert wird das Gremium von Daniel Ménard, Architekt und SIA-Präsident der Sektion Zürich. Mitglieder sind weiter Silva Ruoss, Architektin ETH SWB; Stefan Rotzler, Landschaftsarchitekt; Thomas Walthert, Stadtplaner BVD Kanton Basel Stadt; Stefan Hug, Präsident Einwohnergemeinde Zuchwil; Walter Weber, Ortsplaner Einwohnergemeinde Zuchwil; Bernard Staub, Chef Amt für Raumplanung Kanton Solothurn; Peter Lehmann, CIO Swiss Prime Site; Markus Hauri, Hauri Real Estate Management Services und Thomas Grossenbacher, Head Development & Construction Swiss Prime Site.

Als Fachexperten tätig sind: Peter Baumann, Leiter Abteilung Bau und Planung Einwohnergemeinde Zuchwil; Piet Ouwehand, Geologe, Wanner AG Solothurn; Andreas Niedermayer, Wasser- und Flussbau, Hunziker Zarn & Partner AG; Gabriel Zenklusen, Abteilungsleiter Wasserbau, Amt für Umweltschutz Kanton Solothurn und Severin Boser, Marketing, Development & Construction Swiss Prime Site.

Präsentation der Ergebnisse im Herbst

Im Anschluss an diese Jurierung werden die Ergebnisse der Bevölkerung in diesem Herbst vorgestellt. Die besten Lösungen werden herausgegriffen und in einem Masterplan zusammengeführt. Der Masterplan bietet die Grundlage zur Erarbeitung von konkreten Teil-Zonen- und Gestaltungsplänen.

 

 

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Denkpause und Gespräche

Die Gemeindeversammlung vom 8. Dezember 2014 hat entschieden das Geschäft des Verkaufs des Widi-Grundstückes an den Gemeinderat zurückzuweisen.

Natürlich bedauern wir das sehr.
Zur Zeit überlegen wir uns, wie wir die Erwartungen und Anliegen aller interessierten Kreise, auch die der Gegner eines Verkaufs zum jetzigen Zeitpunkt,noch besser aufnehmen und in den beabsichtigten Studienwettbewerb einbringen können.

Aus diesem Grund verschieben wir den Start des städtebaulichen Studienauftrages um voraussichtlich 3 Monate.

Parallel zu den geplanten Dialogen mit allen interessierten Kreisen, suchen wir auch das Gespräch mit dem Gemeinderat, um die Möglichkeiten eines Planungsauftrages mit dem Grundstück Widi zu diskutieren.

Wir glauben nach wie vor daran, gemeinsam mit allen engagierten Zuchwilern, und aus einer integrierten Optik des Gesamtareals heraus, die besten Lösungen für ein qualitativ überzeugendes, durchmischtes, lebendiges Arbeits-, Geschäfts- und Wohnquartier von Zuchwil zu entwickeln.

Wir freuen uns auf die nächsten Schritte.